06.02.2012, 14:10:47 Uhr

Kommentar zur Stellplatzpolitik der Stadt Rottweil

Äpfel sind auch nur Birnen

Von Peter Arnegger


Einer Verwaltung steht es gut an, wenn sie sich nicht nur an die Vorschriften hält, sondern auch an ihre Bürger denkt. In diesem Fall an den Bürger Jens von Stamm, der für den Typus des schaffigen Investoren steht. Der die Markthalle übernommen hat und sich damit zu übernehmen droht, weil er wirbelt wie ein Wilder, sich der Profit aber nicht einstellen will, nicht einmal annähernd.


Diesem Bürger kann die Stadt nicht erklären, dass sie von ihm 5000 Euro will pro Stellplatz, insgesamt 60.000. Und dass in derselben Stadt ein durchaus ebenfalls mit Gewinnerzielungsabsicht auftretender Verein für seine Kletterhalle Null Euro pro Stellplatz zahlen soll, die Stadt sie ihm sozusagen schenkt. Nun mag es sein, dass mit Stellplätzen in der Innenstadt und welchen am Stadtrand Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Doch Obst ist Obst, Stellplätze sind Stellplätze und Äpfel am Ende auch nur Birnen. Was für Jens von Stamm damit bleibt, ist das Gefühl der Ungleichbehandlung. Zu Recht. Zumal es anderswo ganz anders geht. In Meßkirch, etwa, wo die Stadt im Sinne der Bürger, dort vor allem der Gastronomen denkt, und seit drei Jahren nur noch 100 Euro pro Stellplatz Ablöse will.

Sie hat damit gute Erfahrungen gemacht, der dortige Hauptamtsleiter kennt gleich zwei gastronomische Projekte im Kernbereich des Städtles, die an einer Stellplatzablöse für mehrere zehntausend Euro gescheitert wären.

Doch lässt sich natürlich Meßkirch mit Rottweil nicht vergleichen. Oder doch? Um eine Lanze für von Stamm zu brechen, der in die lange leer stehende Markhalle investiert hat: Vielleicht findet die Stadt ja einen guten Weg.

Einen, der es für alle künftig leichter macht, in Rottweil zu investieren. Die Landes-Bauordnung sieht den passenden Spielraum vor: „Die Gemeinde legt die Höhe des Geldbetrages fest“, heißt es dort.


Social Bookmarks:
Facebook del.icio.us MySpace Google Stumbleupon Twitter Digg it Gmail Yahoo! My Web Reddit


| WEITERES AUS DIESER RUBRIK


Verschimmelte Gebäude am Rottweiler Omsdorfer Hang

Die Sache mieft

Da bleibt nicht nur ein „Gschmäckle“ hängen, diese Sache am Omsdorfer Hang mieft ganz kräftig. Nach Schimmel, aber auch nach Anderem. Da nimmt die Stadt nach dem Auszug der Asylbewerber die Gebäude am Omsdorfer Hang ab, protokolliert das auch: alles in Ordnung. [weiterlesen]


zum städtischen Engagement in Sachen Mensa

Mit der Penetranz eines Schülerbuben mit Hyperaktivitätssyndrom

Es hat etwas von der Penetranz eines Schülerbuben mit Hyperaktivitätssyndrom: Die Stadtverwaltung wird nicht müde, ihre Schulmensa in den Mittelpunkt zu rücken. [weiterlesen]


Neuer Stil im Rottweiler Bauamt?

Ohne Krawatte und Arroganz

Ob nun ein Trick oder nicht – in der Sache kommt die NRWZ beim Bauvorhaben in der Schramberger Straße nicht weiter. Ob die Anlieger mit ihrem Widerspruch Recht haben oder ob die Stadt alles richtig gemacht hat, darüber kann eine Zeitung nicht entscheiden. [weiterlesen]


Tempo 20 oberhalb des Schwarzen Totes

Sehr gute Idee

Es stimmt: Stadtrat Adelbert Hugger von der CDU hatte da eine sehr gute Idee. Indem der Bereich oberhalb des Schwarzen Tors nun von der 30er zur 20er-Zone, indem dort Geschwindigkeit rausgenommen wird, kann die Stadt den Bereich aufwerten. [weiterlesen]


Die Rotteiler SPD wil die Parkkralle

Ablenkungsmanöver

Die SPD hat nach einem Vor-Ort-Termin befunden, den undisziplinierten, wild parkenden Autofahrern sei nur noch mit drastischen Parkkrallen beizukommen. Die Fraktion erzeugt mit diesem Vorschlag ein Getöse und Aufmerksamkeit. Und hat nichts als ein Ablenkungsmanöver gestartet. [weiterlesen]


Kommentar

Nur eine halbe Sache

Was ist denn das nun, dieser Angebotsstreifen? Ein Radweg? Eine Kurzparkmöglichkeit? Oder nur Platz zum Ausweichen? Wieder einmal hat man sich in Rottweil nicht festlegen wollen und statt einem klar abgegrenzten und für Radfahrer sicheren Radweg eine Wischiwaschi- Lösung gefunden, die von allem etwas und nichts wirklich ist – aber für Radfahrer, und die will man ja erklärtermaßen nach Rottweil locken – zur echten Gefahr werden kann. [weiterlesen]


Antrag von FFR und PRoFi:

Beim Sozialfonds geht es um Menschen

Soziale Angelegenheiten gehören zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Die Unterstützung bedürftiger Bürger ist vielleicht nicht die vornehmste, aber eine der vordringlichsten Aufgaben. Wenn Rottweil nun entscheidet, sich aus der 2008 erst beschlossenen Förderung von bedürftigen Kindern zu verabschieden, sie dem Bund zu überlassen, und das nur zum Teil, dann ist das ein wegweisender Schritt. Dieser muss auf eine breite Basis gestellt werden. [weiterlesen]


Zum Vorgehen der Gegner der Krankenhausschließung in Schramberg und der Gefängnisgegner in Rottweil

Bürgerinitiativen auf Umwegen

Mit ihrer Petition an den Landtag ist die Bürgerinitiative Pro Region Schramberg weit übers Ziel hinausgeschossen. Da geht es um Verschwörungstheorien, aber auch um eine handfeste Verleumdung. [weiterlesen]






Anzeige
Wollen Sie hier Ihre Anzeige platzieren? Mail an anzeigen@NRWZ.de genügt! Wir informieren Sie gerne über Ihre Möglichkeiten.