03.02.2012, 07:53:43 Uhr
GLOSSE
Fragen Sie Frau Dr. Winter

So überstehen Sie arktische Kälteeinbrüche



Illustration: Ute O'Grady
Nun kommt er doch noch, der Winter. Von einigen wurde er schon schmerzlich vermisst, von anderen bereits freudig abgehakt für dieses Jahr. Man meinte, bei den lauen Temperaturen, des morgens schon Vöglein zwitschern zu hören. Weit gefehlt. Das Pfeifen stammt derzeit von eisigen Winden, die von Sibirien zu uns herüberwehen.


Sollten Sie schon immer mal mit einer Arktisdurchquerung geliebäugelt haben, wäre der Zeitpunkt jetzt günstig , in diesen Tagen brauchen Sie dazu noch nicht einmal das Land zu verlassen. Allen anderen Weicheiern rate ich dringend, sich diese Woche noch entsprechend auszurüsten, haltbare Lebensmittel zu bunkern und durch regelmäßig angewandtes, autogenes Training die Körpertemperatur auf einem Durschnittswert von circa 37 Grad zu halten.

Dazu nehmen Sie (auch am Arbeitsplatz, berufen Sie sich dabei auf mich) von Zeit zu Zeit eine bequeme Stellung ein, konzentrieren sich ganz auf sich selbst und wiederholen dabei drei mal: „Mir ist wahnsinnig warm...!“ Ungeübte, denen es an innerer Überzeugungskraft mangelt, achten dabei bitte unbedingt darauf die Zunge aus dem Weg zu halten, um Verletzungen beim Zähneklappern zu vermeiden.

Außerdem rate ich einmal mehr eindringlich zu temperaturangemessener Bekleidung. Unumgänglich sind dabei Angora-Unterwäsche und Wollstrümpfe. Schönheit muss hier eindeutig Nebensache sein, denn bläulich verfärbte Frostbeulen sind auch nur bedingt sexy. Und wenn nächtens dann die Temperaturen ins Bodenlose stürzen, seien Sie nicht zimperlich: teilen sie ihr unterkühltes Bett mit wessen immer Sie habhaft werden. (Berufen Sie sich dabei auf mich!)

Bibbernd grüßt Sie Ihre Frau Dr. Winter


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